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Verleihung der Erich-Siebel-Gedenkmünze

an Professor Reimund Neugebauer

Anlässlich des 34. EFB-Kolloquiums Blechverarbeitung hat die Europäische Forschungsgesellschaft für Blechverarbeitung Professor Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., am 1. April die Erich-Siebel-Gedenkmünze für seine hervorragende schöpferische Leistung im Sinne des Lebenswerkes von Erich Siebel verliehen.

Erich Siebel (1981 bis 1961) gilt als Vater der Materialprüfung und Umformtechnik. In den Fachgebieten Werkstoffmechanik, Elementare Plastizitätstheorie und Materialprüfung hat er bedeutende wissenschaftliche Leistungen erbracht, die noch heute Basis für die Forschung und die industrielle Anwendung sind.

Professor Reimund Neugebauer empfängt die Erich-Siebel-Gedenkmünze von Wilfried Jakob, dem Präsidenten der EFB.

Siebel_2014

Ihm zu Ehren verleihen der Deutsche Verband für Materialprüfung und -forschung e.V. (DVM) und die Europäische Forschungsgesellschaft für Blechverarbeitung die Erich-Siebel-Gedenkmünze, eine der wichtigsten Auszeichnungen der deutschen Werkstofftechnik.

Siebel-Hoffmann

In seiner Laudatio würdigte Professor Hartmut Hoffmann von der Technischen Universität München die akademische Laufbahn Neugebauers.

Reimund Neugebauer studierte Maschinenbau an der Technischen Universität Dresden mit dem Schwerpunkt Produktionstechnik, wo er 1984 promovierte. Nach der Wende übernahm er 1990 die Geschäftsführung des Instituts für Werkzeugmaschinen an der TU Dresden. 1992 wurde er Leiter der neugegründeten Fraunhofer-Einrichtung für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik der TU Chemnitz, die schon zwei Jahre später zum Institut erhoben wurde.

Dr. Neugebauer übernahm 1995 die Professur für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik an der TU Chemnitz. Dort gründete er auch das Institut für Werkzeugmaschinen und Produktionsprozesse IWP, dessen Direktor er seit 2000 war.

Herr Professor Neugebauer leitete das Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU 21 Jahre und baute es an den Standorten Chemnitz, Dresden, Augsburg und Zittau zu einem international führenden Partner für die Automobil- und Maschinenbauindustrie aus.

Im Oktober 2012 übernahm Reimund Neugebauer das Amt des Präsidenten der Fraunhofer Gesellschaft. Neben den vielen Auszeichnungen wie der Ehrenprofessur an der Gorbatschow-Universität Kuzbass, Kemerovo in Sibirien, den Ehrendoktorwürden der Moskauer Universität Stankin, der Technischen Universität Brünn, der Stellenbosch Universität in Südafrika, der Technischen Universität Prag und der Technischen Universität München sind das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und der Sächsischen Verdienstorden besonders hervorzuheben.

Er stellte besonders die Beziehung Neugebauers zur EFB heraus, der er mehr als zwei Jahrzehnte eng verbunden und dort auch im Vorstand tätig war. Als eine der ersten Forschungseinrichtungen aus den Neuen Ländern wurde das Fraunhofer IWU gefördert und legte bereits 1994 seinen ersten Forschungsbericht vor, dem unter Professor Neugebauers Leitung noch 66 folgen sollten.

Auch Professor Neugebauer bezog sich in seiner Dankesrede auf die Anfangsjahre seines Instituts und die Zusammenarbeit in der Industriellen Gemeinschaftsforschung mit der EFB:

Siebel-Neugebauer

„Als Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft ist es mir ein Bedürfnis, die Pionierleistung der EFB, die ja auch Gründungsmitglied der AiF (Arbeitsgemeinschaft Industrieller Forschungsvereinigungen) ist, ganz besonders zu würdigen. Heute kommen zu Fraunhofer Regierungsvertreter auf höchster Ebene, um zu erfahren, wie das deutsche Innovationssystem funktioniert, wie wir sichern, dass Deutschland nachhaltig in der weltweiten Produktion mit forschungsintensiven Waren pro Kopf eine absolute Spitzenposition belegt.

Den Ursprung unseres Innovationssystems mit seiner Charakteristik von Grundlagenforschung, vorwettbewerblicher Gemeinschaftsforschung und angewandter Forschung sowie dem Innovations-Push in die Industrie haben Organisationen wie die EFB bereits in den 50er Jahren gelegt.

Die Grundidee der Gesellschaft ist bis heute die Vision, durch Forschungsprojekte, bei denen die eigentliche Forschungsarbeit als Auftrag an Forschungsinstitute vergeben wird, einen Mehrwert für Industrie und Wissenschaft zu schaffen.

In diesem Konsens engagierte sich die EFB nach der politischen Wende ganz bewusst auch in den neuen Bundesländern, um die Unternehmen – nahezu alle in wirtschaftlicher Schieflage – wie auch die fachnahen Forschungseinrichtungen zu unterstützen und diese Methode der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik einzuführen.

Auch dabei übernahm die EFB eine Pionierrolle und war deutlich eher als andere industrielle Forschungsvereinigungen insbesondere im Mitteldeutschen Raum, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt vor Ort.“

Auch als Präsident der Fraunhofer Gesellschaft bekennt sich Neugebauer gern dazu "nur" Umformtechniker zu sein. „Die Technologie der Umformtechnik ist 10.000 Jahre alt, war nie ein Hype, ist immer noch hoch innovativ, da sie Werkstoffwissenschaften, Mechatronik, Informatik und vieles mehr integriert. Man lernt bei ihr Entscheidungen zu fällen, die wie Hammerschläge auf dem Amboss widerhallen und wenn die Not groß ist, ist die Umformtechnik die wohl einzige Technik-Wissenschaft, die mit Hephaistos ihren eigenen Vertreter im Olymp hat.“


 

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